
Die Stellungnahme der Klinikleitung: „Wir pflegen wertschätzenden Umgang“
rll Osnabrück.
Der Personalschlüssel im Ameos Klinikum habe sich nicht gravierend verändert, sagt Verwaltungschef Günter Laaken. Im November 2007 ist aus dem Landeskrankenhaus eine Privatklinik geworden. Für die Patienten habe dieser Wechsel keine Auswirkungen, erklärt die Klinikleitung.
Eine stärkere Belastung des Pflegepersonals räumt Laaken ein. Immer häufiger müssten ältere Patienten behandelt werden, die nicht nur psychisch, sondern auch somatisch erkrankt sind. Damit kämen mehr Aufgaben auf Pfleger und Schwestern zu.
Dass einem Patienten das Nasenbein gebrochen wurde, sei kein Indiz für Personalmangel, vermerkt Laaken. Die Besetzung sei so ausreichend, dass solche Fälle zwar „nicht generell ausgeschlossen, aber weitgehend verhindert“ werden könnten.
Dem Vorwurf, Patienten würden nicht wirksam vor Dekubitus (Druckgeschwüre durch langes Liegen oder Sitzen) geschützt, hält der ärztliche Direktor Dr. Harald Scherk entgegen, dass eine entsprechende Prophylaxe seit 2007 zum Qualitätsmanagement gehöre. In Einzelfällen sei dieses Wundliegen aber nicht auszuschließen.
Unaufmerksamkeit ist die Ausnahme
Falls sich Pfleger und Schwestern unfreundlich oder unaufmerksam gegenüber Patienten verhalten hätten, sei das die Ausnahme und nicht die Regel, versichert Laaken: „Wir machen immer wieder deutlich, dass wir einen wertschätzenden Umgang pflegen.“ Unfreundliches Verhalten hätten die Patienten bei ihren Rückmeldungen eher selten moniert.
Die Motivation der Mitarbeiter habe mit der Privatisierung nicht nachgelassen, erklärt die Leitung des Ameos Klinikums. Es gehöre zur unternehmenspolitischen Zielsetzung, Fachkräfte einzusetzen.
Dass neue Arbeitsverträge nicht mit Ameos, sondern mit einer Servicegesellschaft abgeschlossen werden, hat nach Ansicht des Verwaltungschefs nichts mit der Motivation zu tun. Die Bezahlung weiche „nicht gravierend“ vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst ab.
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