Eine Seite zurück
Zum Seitenanfang
Zur Startseite
Druckversion
Leserbrief
Artikel versenden
Bild vergrößern
Fenster schließen
zurückblättern
weiterblättern
Zur Übersicht
Mehr zum Thema
weiter...
zurück
Pixelgrafik
Zur Startseite
pixelgrafik
31.07.2010 ] Startseite Anzeigen & Prospekte Shop Kontakt Aboservice ePaper Impressum Suche:
Neue OZ Meller Kreisblatt Wittlager Kreisblatt Bramscher Nachrichten Bersenbrücker Kreisblatt Lingener Tagespost Meppener Tagespost Ems-Zeitung
INFORMATION
Lokales
VfL Osnabrück
Videos
 
Sport
WM-Spezial
Nachrichten
Vermischtes
Kultur
 
kfz-welt.de
Wetter
Computer
Wirtschaft
Wissenschaft
Bildergalerien
Interviews
Serien
UNTERHALTUNG
WM-Tippspiel
Wonneproppen
WebCam Storch
WebCam Zoo
Denksport
SERVICE
Traueranzeigen
Grußanzeigen
Anzeigen
Termine
Ticketshop
Aboservice
ePaper
Mobiles Portal
os1.tv
Twitter
Ausbildung im Verlag
Shop
OS-/EL-Card
Leserreisen
Lebenshilfe
Gesundheit
Zoom.In
Recht / Urteile
Online-Werbung
Reportagen 06.12.2008
-

Todesurteil für viele Mütter in Nicaragua

Von Klaus Jongebloed
Managua.
In Nicaragua macht sich Angst breit. Selbst Sofia Montenegro, gewissermaßen die Alice Schwarzer des Landes, versteckt sich. Und das, obwohl die landesweit renommierte und von der sandinistischen Regierung unter Daniel Ortega gefürchtete Feministin ansonsten kein Blatt vor den Mund nimmt. „Es tut mir leid“, entschuldigt sie sich in einem der derzeit seltenen Telefonate dafür, dass sie sich in ihrem Büro und selbst zu Hause in den vergangenen Wochen hat verleugnen lassen. „Meine Telefone werden abgehört. Die Lage ist für mich gefährlich geworden. Es gibt Leute hier, die mich töten wollen.“ Sie sei zu Hause ausgezogen. „Und ich habe meiner Familie und meinen Kollegen die Anweisung gegeben, niemandem von meinem Aufenthalt zu erzählen.“

Beim Treffen mit unserer Zeitung im Frühjahr im Hotel Seminole in der Hauptstadt Managua war von solcher Anspannung noch nichts zu spüren. Montenegro, eine der Führungskräfte der autonomen Frauenbewegung MAM, zeigte sich angriffslustig wie eh und je. Aber damals war noch nicht abzusehen, dass die jüngsten Kommunalwahlen Chaos und Krawall in dem 5,5-Millionen-Einwohner-Land anrichten. Zwei Oppositionsparteien durften unter fadenscheinigen Gründen am Votum erst gar nicht teilnehmen. Es kam zu Straßenschlachten, zwei Menschen starben. Wochenlang dauerte die Stimmenauszählung, bis schließlich der Oberste Wahlrat den Sieg der sandinistischen Befreiungsfront FSLN von Präsident Daniel Ortega in 105 von 146 Gemeinden verkündete.

„Das Ergebnis ist ein kompletter Betrug“, sagt Montenegro. Sie steht nicht allein mit ihrem Vorwurf. Die meisten trauen dem Wahlrat schon deswegen nicht, weil in dem Gremium FSLN-Leute die Fäden in der Hand halten. Die USA reagierten vor einigen Tagen prompt, froren ein Hilfspaket von etwa 136 Millionen Euro ein. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) zog schon 2007 die Notbremse: Deutschland strich die Budgethilfe für Nicaragua von rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Ein schwaches Justizsystem, Probleme bei der Korruptionsbekämpfung und venezolanische Finanzspritzen, die im Staatshaushalt kaum auftauchen, nennt BMZ-Mitarbeiter Stephan Bethe als Gründe. „Das BMZ sieht die Entwicklung mit großer Sorge“, sagt er. Vor allem: „Das Abtreibungsgesetz verletzt aus unserer Sicht Frauen- und Menschenrechte.“

So diplomatisch drückt sich Sofia Montenegro beim Treffen in Managua nicht aus. Stattdessen packt sie die kalte Wut auf ihren einstigen Weggefährten Ortega. Mit ihm besiegte sie zusammen mit ihrer Freundin, Schriftstellerin Gioconda Belli, Sergio Ramírez und vielen anderen Revolutionären Ende der 1970er-Jahre nicht nur das Regime von Diktator Anastasio Somoza, sondern im dann folgenden Bürgerkrieg die von den USA unterstützten Contras. Nichts ist geblieben vom gemeinsamen Kampf um soziale Gerechtigkeit.

„Ortega hat die Frauen verraten“, sagt Montenegro. „Das Abtreibungsgesetz bedeutet für viele Mütter ein Todesurteil.“ Denn es verbiete selbst dann einen Schwangerschaftsabbruch, wenn das Leben einer Frau in Gefahr sei wie etwa bei einer Eileiter-Schwangerschaft. „Das Gesetz wirft Frauen weg wie Toilettenpapier“, schimpft die Feministin. Selbst eine Vergewaltigung werde nicht als Ausnahme für eine Abtreibung akzeptiert. Wer dennoch abtreibe, „muss mit drei Jahren Gefängnis rechnen, behandelnde Ärzte sogar mit fünf Jahren und dem Verlust ihrer Lizenz. Ein Vergewaltiger muss höchstens zwei Jahre ins Gefängnis.“ Montenegro hält die drakonischen Strafen für „ein Gesetz gegen die Armen“. Fast die Hälfte der Bevölkerung „verdient pro Tag weniger als einen US-Dollar“, sagt die MAM-Leiterin. Die nun illegale Abtreibung etwa bei einem Privatarzt koste aber rund 400 US-Dollar.

Schuld an dieser Entwicklung ist nach Ansicht der Feministin Ortegas unheilige Allianz mit der katholischen Kirche: Der Caudillo wandelte sich zum glühenden Katholiken, als seine Stieftochter ihn öffentlich mit massiven Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte. Ortega ließ sich sogar mit seiner Frau Rosario Murillo kirchlich trauen. „Eine Hochzeit in der Hölle“, sagt Montenegro.

Doch der Deal funktionierte: Ortega verstärkte seinen Rückhalt in der Bevölkerung. Die Kirche erhielt im Gegenzug das gewünschte Abtreibungsgesetz. Mit Pakten kennt sich Ortega aus: Mit dem wegen Korruption zu 20 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Arnoldo Alemán von den Liberalen einigte sich Ortega auf eine Verfassungsreform, damit ein Präsident nicht mehr ganz so viele Stimmen zu seiner Wahl benötigt wie zuvor. Alemán blieb so der Knast erspart. Und nach 16 Jahren Bedeutungslosigkeit gelang dem Folklore-Revoluzzer Ortega 2006 der erneute Griff zur Macht. Sie hat ihn recht einsam gemacht.

nicht eingeloggtBenutzer-Login
  Benutzer:
  
  Passwort:
    
  
 » Neu anmelden
 » Passwort vergessen?
 » Infos zur Registrierung

Zoom.In TV
Videonachrichten

Automobiles
kfz-welt.de

Sport
Button für Formel 1

Wirtschaft
Button für Wirtschaft

Wissenschaft
Button für Wissenschaft

Medien
Button für Medien
Aktuelles aus den Rubriken und Lokalausgaben
Meller Kreisblatt
30.07.2010
Mousse au Chocolat zum Nachtisch
30.07.2010
Schloss schlüpft in die Renaissance
30.07.2010
Auch der Friedhof soll schöner werden
30.07.2010
„Gaststättenkonzept wird erarbeitet“
28.07.2010
Europameister begeistert empfangen
29.07.2010
Die Zeichen entdecken
Wittlager Kreisblatt
30.07.2010
Einen Großteil der Transporte ersetzen
28.07.2010
So funktioniert ein Segway
26.07.2010
Zum Bremsen einfach rückwärtsfahren
29.07.2010
Spezielle Spielothek für die Jugendarbeit
29.07.2010
Nicht nur für Klassikfans
30.07.2010
Benefizkonzert für das Glockenspiel
Bramscher Nachrichten
30.07.2010
Fußbälle für die Zimmerwand
30.07.2010
Erinnerungen gesucht
30.07.2010
Glasklarer Sound und persönliche Songs
30.07.2010
Auf der Alster enttäuscht
30.07.2010
Verstöße gegen Asbestvorschriften
30.07.2010
Viel Platz für die Allerkleinsten
Bersenbrücker Kreisblatt
30.07.2010
Verkehrskontrolle anlässlich des Reggae Jam 2010
29.07.2010
Neuer Bettentrakt wird im November bezugsfertig
30.07.2010
Spielspaß für Jugendliche
30.07.2010
„Es macht uns Spaß, und die Begeisterung der Kinder steckt uns an“
29.07.2010
Ein Segen oder überflüssig?
29.07.2010
Empfang für neue Mitarbeiterin
Kultur
30.07.2010
Englisch üben mit dem Film „Eclipse“
30.07.2010
Rock ’n’ Roll
30.07.2010
Jagd nach dichtem Dasein
30.07.2010
Spielzeughelden im Plastikmüll
30.07.2010
Gotteskritik in der Sprechblase
27.07.2010
Am Ende der Übersichtlichkeit?
Osnabrücker Land
30.07.2010
Weiß ist schick
30.07.2010
Glandorfer Kirmes für die ganze Familie
30.07.2010
71-Jähriger nach Verkehrsunfall schwer verletzt
29.07.2010
Das gibt es nur in Bersenbrück
29.07.2010
Saisoneinflüsse belasten Arbeitsmarkt
29.07.2010
Floristik in der Duschkabine
Rund um Osnabrück
30.07.2010
Der richtige Fußball-Riecher
29.07.2010
Wer malt den schönsten Traumgarten?
30.07.2010
Noch immer viele freie Ausbildungsplätze
30.07.2010
Der Frosch rockt in Quakenbrück
30.07.2010
Verständigung entsteht durch Freundschaft
30.07.2010
CDU/UWG setzen auf Ökostrom
Kreis Emsland
30.07.2010
Dieb mit Faible für Damenunterwäsche gefasst
30.07.2010
Unfall: Fünf Verletzte, hoher Sachschaden
30.07.2010
Illegale Marihuana-Indoorplantage auf Kegelbahn
28.07.2010
Digitales Auge: Wer soll die Spende bekommen?
29.07.2010
VHS Lingen plant 768 Veranstaltungen
29.07.2010
Vergewaltigung: Ermittler arbeiten unter Hochdruck
Emslandsport
29.07.2010
Heute SVM-Test in Emsdetten
29.07.2010
Werlte: Mit der Vorbereitung „sehr zufrieden“
29.07.2010
BW: Premiere für Göttsch Sonntag um 15 Uhr
29.07.2010
„Mit Airfence auf der sicheren Seite“
27.07.2010
HSG steigert sich: 28:36 gegen Kiel Zeitweise nur 5 Tore Rückstand
27.07.2010
Zweites EM-Silber
Sport regional
30.07.2010
Rothenfelde und Melle gefordert
30.07.2010
OS Open: Aus für Unger, Pille weiter
30.07.2010
Karp hat Merzen auf der Rechnung
30.07.2010
Auf- und Abstieg
30.07.2010
30.07.2010
Die Krämpfe sind längst vergessen

© 2010